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Herbstgeflüster

Was löst der Herbst in mir für Emotionen aus?

 

Ich liebe den Herbst genauso wie den Frühling. Mit Sommer und Winter kann ich nicht viel anfangen – das eine ist mir zu warm, das andere zu kalt.

Im Frühling hingegen fängt alles an zu blühen, neues Leben entsteht und die Natur erstrahlt in wunderschön frischen Farben.

Und der Herbst? Da sterben die Blätter allmählich an und die Bäume machen sich bereit, den Winter zu überdauern. Tiere ziehen sich zurück, fliegen davon und das Wetter wird kälter, regnerischer.

 

Im Herbst bin ich meist sehr nachdenklich, weil ich gerne einen Vergleich mit dem Leben ziehe, wenn ich im Herbst durch die bunten, erdtonfarbigen Blätter laufe und hoffe, dass es nicht anfängt zu regnen.

 

Der Frühling symbolisiert für mich neues Leben, die Geburt oder der Beginn eines Zyklus. Im Sommer erreicht dieses Leben dann die volle Stärke, es ist in der Blüte seines Lebens und kann gefühlt alles erreichen. Der Herbst steht für das Älterwerden, das “reifen”. Die Stärke lässt nach, nicht jedoch die Schönheit. Neue Farben tauchen in deinem Leben auf, alles wird ruhiger, gemäßigter und du wirfst die Lasten deines Lebens von dir. Der Winter symbolisiert das Ende – nicht im negativen Sinne. Das Leben, welches im Frühling erblühte, erlischt und stirbt – aber es verschwindet nicht völlig von der Welt. Es wird zu den Nährstoffen Abermillionen Tieren, schenkt neues Leben und bereitet die Welt darauf vor, im Frühling wieder zu wachsen.

 

Für mich symbolisiert der Herbst einen Teil vom Lebenszyklus eines jeden Wesens. Er symbolisiert den Zyklus von Beziehungen (Liebe, Freundschaft), von Tieren und vom gesamten Universum.

Der Herbst steht für mich für eine gewisse Reife und die Fähigkeit, nachzudenken und alte Lasten von sich zu werfen – vermutlich werde ich deshalb immer nachdenklich, wenn ich sehe, wie die ersten Blätter von den Bäumen fallen.

 

Ich finde es unheimlich wichtig, Altlasten abzustreifen, damit sie einen nicht weiter behindern.

 

Wenn man Altes – Sorgen, Ängste, Probleme – abstreift, wird es ein Nährboden für Neues – vielleicht Hoffnung, Weiterentwicklung oder ein Wunder? Der Herbst gibt mir die Chance, in mich zu gehen, zu meditieren und darüber nachzudenken, wie ich das bisherige Jahr verbracht habe.

 

Ich reflektiere, meditiere und beschließe dann, mich nicht weiter von den letzten Monaten beeinflussen zu lassen.

 

Das ist etwas, das finde ich essenziell, wenn man gesund bleiben möchte – und jetzt mal ehrlich: Achten wir nicht viel zu wenig auf unsere Psyche?

 

Wenn wir körperlich irgendetwas spüren, handeln wir meist. Wir unternehmen etwas, damit es uns besser geht – falsch: Wir versuchen generell, alles zu tun, damit es uns nicht schlecht geht.

 

Und unsere Psyche? Die ist für uns unsichtbar, wird allzu oft vergessen und erst recht nicht gepflegt.

 

Wann hast du dich das letzte Mal hingesetzt und über dich nachgedacht? Wann hast du zuletzt darüber nachgedacht, was du alles in den vergangenen Wochen erreicht hast? Wann hast du dir selbst mal Mut zugesprochen?

 

Die meisten Menschen tun so etwas nicht – sie denken über ihre Sorgen nach, fürchten sich vor der Zukunft oder vor anderen Personen. Aber ist es nicht wichtig, auch mal alles abzustreifen, was einen belastet?

 

Der Herbst ist eine wundervolle Jahreszeit für so etwas, finde ich.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag und bleibt alle, wie ihr seid!

 

Eure

Nathalie

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