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Planner, Pantser oder Plantser

Vielleicht habt ihr davon noch gar nichts gehört, vielleicht wisst ihr aber schon, wo ihr euch einordnen könnt. Bei diesen drei Worten geht es um euren Schreibstil. Es geht darum, wie genau ihr schreibt.

 

Plant ihr den ganzen Roman von vorne bis hinten durch? Jeden einzelnen Dialog, jeden Schritt eurer Charaktere? Dann seid ihr Planner.

 

Plant ihr überhaupt nicht und lasst die Geschichte auf euch zukommen? Wisst ihr nicht, in welche Richtung euer eigenes Werk gehen wird? Dann seid ihr Pantser.

 

Und dann gibt es die Menschen, die nur eine grobe Handlung planen und sich in dieser dann weitestgehend frei bewegen – das sind die Plantser, quasi eine Mischung aus den ersten Beiden.

 

Jede einzelne Methode hat ihre Vor- und Nachteile.

 

Planner zum Beispiel wissen jederzeit, was geschehen wird und haben eine gewisse Kontrolle über ihr eigenes Werk. Meist wissen sie sogar, wie lang der Roman wird. Gegenüber Pantser, die meist überhaupt nicht wissen, wo die Reise hingeht, kann das ein großer Vorteil sein. Es werden dadurch beispielsweise Plotholes eher vermieden, weil diese bei der Planung selbst schon auffallen.

Der Nachteil? Man ist nicht wirklich frei – ich merke solchen Romanen sowas häufig an. Sie wirken manchmal steif, weil jeder Charakter einem gewissen Schema folgt – nicht falsch verstehen, es gibt auch verdammt gute Planner!

 

Pantser sind frei. Die Charaktere sind frei, die ganze Geschichte ist es. Das ist ein großer Vorteil, weil man nicht so verkopft an den Roman rangeht, sondern “einfach schreibt”.

Der Nachteil? Ganz klar die Überarbeitung. Pantser müssen oft viel viel mehr überarbeiten, haben nicht selten Plotholes in ihren Werken, die durch diese ganze freie Arbeit entstehen. Oft sind die Geschichten voll von unnötigen Szenen, die nicht wirklich etwas zur Geschichte beitragen. Natürlich kann das auch Plannern passieren, aber die Chance ist doch sehr viel geringer.

 

Und Plantser? Nun. Deren Schwierigkeit ist es oft, einen gesunden Mittelweg zu finden. Ich selbst zähle mich zu dieser Kategorie und mein größtes Problem ist es, dass meine Charaktere teilweise beschließen, das bisschen Planung, was ich gemacht habe, auch noch umzuwerfen. Klingt witzig? Ist es – manchmal.

 

Trotz allem fühle ich mich unter den Plantsern am wohlsten. Ich kann tun, was ich am besten kann: Schreiben. Und das lassen – oder zumindest herunterfahren – was ich wie die Pest beim Schreibhandwerk hasse: Planen.

 

Und ihr? Zu welcher Kategorie zählt ihr?

Eure

Nathalie

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